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Lebensbilder aus El Izote

Isabel Depaz berichtet aus dem Leben einiger Kinder im Projekt El Izote.

Bitte beachten Sie, dass die Namen aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert wurden.

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    Olivia ist 11 Jahre alt, ihre Mutter starb, als Bandenmitglieder von Montreal den Minibus einer gegnerischen Bande in Brand setzten. Zu dem Zeitpunkt war das Mädchen 15 Monate alt; sie erinnert sich nicht an ihre Mutter, sie blieb bei ihrer Großmutter. Olivia hat sich seit ihrer Ankunft bei uns im Projekt sehr verändert; anfangs war sie sehr negativ eingestellt, zeitweise aggressiv, wirkte gelangweilt und verbittert, eigentlich normal für jemanden, der kein mütterliches Vorbild hat und mit dem Wissen, unter welchen Bedingungen die Mutter starb. Sie wird  psychotherapeutisch betreut. Jetzt haben wir kleine positive  Veränderungen beobachtet. Sie passt sich gut an, lächelt häufiger und hat ihre Aggressivität und negative Einstellung etwas abgebaut.

  • Alvaro ist 10 Jahre alt, sein Vater ist hier in der Gemeinde ermordet. Er wohnt bei seiner Mutter, zusammen mit zwei jüngeren Brüdern (7 und 5 Jahre).  Der kleine Bruder ist Tetraplegiker, ein Kind, das nichts alleine machen kann. So hat die Mutter eine große Verantwortung auf Angel übertragen. Eine Tante meldete ihn im Projekt an. Alvaro ist ein Kind mit vielen weiblichen Zügen, weshalb er in der Schule sehr gehänselt wird. Uns gegenüber brachte er zum Ausdruck, dass wir "die besten Lehrer der Welt" seien. Wir besprachen mit der Tante, dass wir auch in der Schule vorstellig werden.  Er erhält Psychotherapie, die ihn stärken und sein Selbstwertgefühl verbessern soll.

  • Marta kam mit 2 Jahren, weil das Mädchen Sprachprobleme hatte. Sie ist jetzt 4 Jahre alt. Zunächst sprach sie nicht. Die Mutter hatte sie zur Sprachtherapie gebracht. Dort wurde ihr empfohlen, einen Platz zu finden, wo sie unter anderen Kindern ist. Daher nahmen wir sie ausnahmsweise auf. Ihre Mutter hatte zu dieser Zeit Probleme mit Diabetes. Letztes Jahr wurde bei ihr Darmkrebs diagnostiziert; sie wurde operiert und hat jetzt einen künstlichen Ausgang. Martas Vater wird derzeit einer Dialyse unterzogen, da sich sein Nierenproblem verschlimmert hat. Bei der Mutter wurde ein neuer Krebs gefunden; sie hat gerade eine weitere Reihe von Chemotherapien hinter sich und ist körperlich am Ende. Sie haben sehr wenig Geld, aber der Vater arbeitet bei einem Verwandten und sie sind kranken- und sozialversichert. Für diese Familie ist die Existenz des Projektes El Izote von entscheidender Bedeutung; sie spüren die Unterstützung, die wir ihnen und Milagrito geben. Zu Zeiten, in denen das Mädchen nicht rechtzeitig abgeholt werden konnte, blieb es bei uns - bis zwei oder drei Uhr nachmittags. Wir können alles nachvollziehen.

  • Der Vater von Ruben und Miguel ist Polizist und kann nicht bei seiner Familie leben. Der Stadtteil Montreal ist für einen Polizisten sehr gefährlich. Die Brüder werden von ihren Großeltern betreut. Die Mutter arbeitet. Bei der Großmutter wurde Brustkrebs diagnostiziert, man konnte aber nicht mit der Behandlung beginnen, da sie sehr schwach ist und die Chemotherapie möglicherweise nicht verkraftet.

  • Andrea und Trevor sind keine Geschwister, haben aber beide eine Lippenspalte und die gleichen Sprachprobleme. Trevors Mutter ist alleinerziehend, er kennt seinen Vater nicht. Sein Sprachproblem ist ernster als das von Andrea. So wurde er von der Schule nicht aufgenommen, weil man ihn nicht versteht. Er ist jetzt ein Schüler von Claudia.

  • Antonio ist ein 6-jähriger Junge mit großen Verhaltensproblemen. Wir haben ihn im April aufgenommen; er wurde von einer Schule in Mejicanos ausgeschlossen, weil der Lehrer nicht mehr mit ihm zurecht kam. Es war nicht leicht ihn zu integrieren, aber Miriam hat eine hervorragende pädagogische Arbeit geleistet und auch die Familie psychologisch beraten, so dass das Kind sein Verhalten verbessern konnte und wir sehr gute Ergebnisse haben. Er besucht das Projekt am Morgen und am Nachmittag.

  • Leonardo, 7 Jahre alt, 1. Klasse, entwickelte sich bis zum 2. Lebensjahr ganz normal.  Dann fuhr er mit seiner Urgroßmutter in einem Minibus, als Unbekannte auf den Bus schossen. Unglücklicherweise trafen zwei Schüsse die Urgroßmutter. Sie warf sich schützend vor ihren Urenkel und starb in jenem Moment. Die Auswirkungen auf das Kind waren gravierend: es hörte auf zu reden, begann wieder einzunässen, wurde aggressiv, konnte nachts nicht schlafen und sagte, dass seine Urgroßmutter nach ihm sehen und Essen machen würde. Es war eine sehr schwierige Zeit  für das Kind und die Familie. Ein Psychiater diagnostizierte eine  Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung. Fast 5 Jahre bekam der Junge Medikamente; der Arzt hatte sich nicht nach dem Trauma des Kindes erkundigt, er hatte nur Medikamente verschrieben. Wir haben eine Spezialhandlung mit dem Kind und der Familie begonnen, konnten schrittweise die Medikamente reduzieren und das funktioniert sehr gut. Francisco liebt unser Projekt sehr, in seiner Schule hat er keine Freunde, aber im Projekt fühlt er sich glücklich und hat Freunde.

  • Marina und Pablo sind Geschwister, das Mädchen ist 7 Jahre alt und der Junge 12. Beide wurden von ihrer Mutter verlassen, ihr Vater hat wieder geheiratet und hat jetzt mit der Stiefmutter eine kleine Tochter. Beide haben Schwierigkeiten, Anweisungen zu folgen, aber Pablo ist ein ganz besonderer Fall: er wurde wiederholt wegen gravierender Verhaltensprobleme der Schule verwiesen. Wir werden mit einer Familienpsychotherapie beginnen, d.h., wir werden uns mit dem Vater, der Stiefmutter, der Großmutter treffen und in der Schule vorsprechen, um das Kind ganzheitlich zu unterstützen.

  • Blanca ist 6 Jahre alt und kam im vergangenen November für einen Ferienkurs. Sie ist das einzige Mädchen, das wir den ganzen Tag haben; sie isst also zu Mittag mit uns, weil ihre Mutter sie mittags nicht nehmen kann; ihre Arbeitsstelle ist weit weg und sie sind nur zu zweit. Britany ist sehr intelligent, fleißig und kommt sehr gut mit den Kindern am Morgen und am Nachmittag aus. In der Nachmittagsgruppe sind vorwiegend Kinder, die im nächsten Jahr in die erste Klasse gehen werden; wir müssen sie unterstützen, weil sie Probleme mit dem Lernen haben.

 


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