Kinderförderprojekt "El Izote" El Salvador
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Neue Hilfe, neue Hoffnung, neuer Standort – März 2016

So groß unsere Bestürzung und Besorgnis war, als unser Betreuerinnen-Team Hals über Kopf und verbunden mit Todesdrohungen den Projekt-Standort im Stadtteil Iberia verlassen musste, so sehr haben wir jetzt neue Hoffnung geschöpft. Ein anderer Ort, bessere Räumlichkeiten und vor allem deutliche Rückendeckung durch die örtliche Verwaltung.

Das Proyecto „El Izote“ soll ab April 2016 in der Stadt Mejicanos und dort in der Colonia Montreal ein neues Domizil finden. Mejicanos liegt im nördlichen Teil des Großraums von San Salvador und hat ca. 212.000 Einwohner.

Hier wird das Projekt vom Bürgermeister und der Stadtverwaltung unterstützt. Er und sein Team stellen die Infrastruktur (Haus, Nebenkosten, Handwerker, Transport bei einem Ausflug 3x im Jahr und Sicherheitspersonal) zur Verfügung. Die pädagogische Arbeit (und die Entscheidungen darüber) liegen in der Hand von Projektleiterin Isabel De Paz und ihren Kolleginnen. Zwischen dem Trägerverein des Projekts in El Salvador mit Projektleiterin Isabel De Paz und dem Bürgermeister / der Stadtverwaltung wird für die Dauer von 2 Jahren ein Kooperationsvertrag unterschrieben. Die Bezahlung der Betreuerinnen sowie die Kosten für Materialien und gegebenenfalls die Erweiterung/Verbesserung der Ausstattung tragen, wie bisher auch,  wir, der Förderverein El Izote in Deutschland.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Das Gebäude, in dem die Kinder künftig betreut werden, ist groß und sauber und in einem ordentlichen Zustand. Reparaturen/Umbauten, die für die tägliche Arbeit mit den Kindern notwendig sind, können erfolgen - anders als in Iberia, wo die Casa Comunal auch für andere Zwecke genutzt wurde. Positiv ist auch, dass das alte Mobiliar aus Iberia, das mit Spendengeldern gekauft wurde, sichergestellt werden konnte und nun mit ins neue Haus einzieht.

Auch wenn der Ort neu sein wird, am pädagogischen Konzept ändert sich nichts. Das Projekt richtet sich weiterhin vormittags (von 8-12 Uhr) an Kinder im Alter von 4-7 Jahre und am Nachmittag (von 13-15 Uhr) an Kinder zwischen 8 und 12 Jahre. Wichtig ist Isabel De Paz und uns, dass das Projekt ausdrücklich und speziell auch Kindern mit Behinderung offensteht, die anderswo keine oder kaum Betreuung erhalten.

Die Rathausverwaltung wird für das Projekt im Stadtteil Montreal werben, aber, und das ist aus unserer Sicht sehr wichtig, Isabel De Paz kümmert sich wie bisher mit ihren Kolleginnen um das Aufnahme-Prozedere und die pädagogischen Entscheidungen liegen bei dem Projektteam, und nicht bei der Stadtverwaltung.

Alle Beteiligten hoffen, dass sich aus dem Kreis der Eltern oder aus dem Viertel freiwillige Helfer (Erwachsene) finden, die bei (Brett-)Spielen, Sport oder anderen Aktivitäten mit dabei sind.

 Das plötzliche Ende und der Rauswurf aus Iberia haben  Isabel und Ihre Kolleginnen sehr hart getroffen, wegen der Kinder und ihrer Eltern, die jetzt ohne Betreuung dastehen, aber auch wegen des Verlustes ihrer Arbeitsplätze.

Deshalb sind Frau De Paz und ihr Team sehr froh und zufrieden über die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Mejicanos, die gut angelaufen ist. Zudem fühlen sie sich deutlich sicherer.

Sie hoffen auf eine Fortsetzung der Unterstützung aus Deutschland und bedanken sich dafür sehr herzlich.

 

 

Wichtige Nachricht aus El Salvador!

Liebe Mitglieder des Vereins „Kinderförderprojektes El Izote“ in San Salvador,

liebe UnterstützerInnen, Freunde und Interessierte,

wir möchten Sie / Euch über eine sehr wichtige Entwicklung informieren, die den Kern unseres Projekt betrifft. Sah es zu nächst so aus, als gäbe es nur Unsicherheit über die mittel- und langfristige Nutzung der Räumlichkeiten wegen einer anstehenden Modernisierung, ist die Lage jetzt eskaliert.

Die Arbeit im Stadtteil Iberia in San Salvador kann seit Ende der Woche nicht mehr fortgeführt werden. Die Leiterin Isabel dePaz und ihre Kolleginnen sind von den Maras aus den Räumlichkeiten ausgesperrt, ja rausgeworfen worden. Sie hatten 24 Stunden Zeit, die Materialien und Gegenstände zu sichern und abzutransportieren. Verabschieden von den Kindern und Eltern konnten sie sich nicht. Sie wurden persönlich bedroht und ihnen wurden persönliche Vergeltung angedroht, sollten sie den Eltern der Kinder anderes erzählen, als dass es kein Geld aus Deutschland mehr gibt. Natürlich haben die Familien die Situation durchschaut und wissen, dass die Schuld für das Ende der Arbeit vor Ort in den Machtansprüchen der Maras liegt, denen sich auch die Staatsgewalt in El Salvador oder die offizielle Verwaltung des Viertels nicht entgegenstellen kann oder will.

Die Situation ist bedauerlicherweise eindeutig: Das Kinder-Förderprojekt in diesem Viertel ist zu Ende. So leid es uns um die Kinder und ihre Eltern tut, aber die Sicherheit der Betreuerinnen und möglicherweise auch der Kinder ist im Stadtviertel Iberia nicht mehr gewährleistet.

Zugleich bietet diese traurige Entwicklung aber die Chance für einen Neuanfang an anderer Stelle. Isabel dePaz hat bereits erste Kontakte geknüpft, um das Projekt an einem anderen Standort und mit einer (hoffentlich) stärkeren Rückendeckung der örtlichen Stellen wiederaufleben zu lassen. Derzeit laufen Gespräche, wobei wir als Vereinsvorstand Isabel dePaz unsere weitere volle Unterstützung zugesagt haben, damit sich eine tragfähige Lösung findet. Wir denken und hoffen, dass dies auch in ihrem Sinne ist.

Erste Indikationen deuten darauf hin, dass dies möglich sein wird.

Über die weiteren Entwicklungen wollen wir Sie / Euch auf dem Laufenden halten, ggf. auch vor der Mitgliederversammlung am Montag, den 7. März um 20.00 Uhr im Gemeindezentrum St. Aureus und Justina in Oberursel-Bommersheim, Im Himmrich 3.

Uns ist bewusst, dass diese erschreckende Entwicklung für uns alle von großer Bedeutung ist, die wir durch ideelle und/oder finanzielle Unterstützung dieses Projekt über viele Jahre am Leben erhalten haben. Wir als Vorstand wollen daran auch unter den geänderten Vorzeichen festhalten.  

Die neue Situation zeigt auch die Realität: Vor drei Wochen kehrten Isabel DePaz und ihre Söhne in ihre Heimat El Salvador zurück. Sie waren überwältigt von dem Interesse an der Arbeit im Projekt, den vielen Begegnungen, der Gastfreundschaft und nicht zuletzt von dem ruhigen sicheren Leben in Deutschland: sich ohne Angst frei bewegen zu können, keine Gewehrschüsse oder Granaten zu hören, angstfrei Bus und Bahn zu fahren. In dieser Woche mussten Isabel und ihr Pädagoginnen-Team die salvadorianische Wirklichkeit sehr bitter erfahren, eine Weiterarbeit nach den (salvadorianischen) Schulferien ist nicht mehr möglich, vielmehr ist für sie Leib und Leben in Gefahr.

Wir sind in Gedanken bei Isabel de Paz und setzen unser Vertrauen in sie.

Der Vorstand

Elisabeth Bentrup, Jean-Yves Grandemange, Hans-Joachim Koch

 

 

Ein Besuch der Verbundenheit

Knapp 10.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Oberursel und San Salvador. Doch gefühlt ist die Distanz sehr viel geringer zwischen dem Kinder-Projekt El Izote und unserem Förderverein, den Gemeindemitgliedern in St. Aureus und Justina in Oberursel-Bommersheim und dem dortigen MEF-Arbeitskreis. Das hat der Deutschland-Besuch von Isabel dePaz unterstrichen, der Leiterin der Einrichtung.

Isabel dePaz hat in den Wochen rund um Weihnachten ihr Projekt bei diversen Veranstaltungen in der Kirchengemeinde St. Ursula, in Oberursel und in der Ernst-Reuter-Schule II in Frankfurt vorgestellt. Die Schule mit ihrem Eine-Welt-Laden gehört gleichfalls zu den Unterstützern des Projekts. An mehreren Tagen vor und nach den Weihnachtsferien war sie in der Schule in der Nordweststadt, hat mit Schülerinnen und Schülern gekocht und mit ihnen gesprochen, direkt im Spanischunterricht oder mit Hilfe von Übersetzern. Sie hat vom noch schwieriger werdenden Leben in El Salvador erzählt, von Kindern, die unter vielfach angespannten familiären Bedingungen aufwachsen, für die wirkliche Armut die bittere Realität ist.

Kochen mit Schülern

Mit einigen Klassen hat sie ein typisches salvadorianisches Gericht zubereitet: Pupusas, Maisfladen gefüllt mit Tomatensauce, Bohnenmus sowie Käse und/oder etwas Hühnerfleisch. Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen von kurzen Videoclips aus San Salvador. Ein Blick in die Casa Comunal, in der das Projekt die Kinder betreut, offenbarte den Kontrast zwischen den Verhältnissen in Deutschland und El Salvador. Und einige Mutter sprachen in Videointerviews über ihre Lage, wie es für sie jeden Tag wieder eine Frage ist, ob das Geld für eine warme Mahlzeit reicht, ob sie in ihrem Haus wohnen bleiben können, wie sie Krankheiten behandeln lassen können, wie die Sicherheit für die Kinder gewährleistet sein kann.

 

 

Salvadorianische Einblicke in Oberursel

Einem breiteren Publikum hat Isabel dePaz am 8. Januar im Georg-Hieronymi-Saal des Oberurseler Rathauses über die aktuelle Situation der Kinder und Jugendlichen in El Salvador berichtet. Rund 30 Zuhörer ließ sie an den Sorgen um Zukunft und persönliche Sicherheit teilhaben, beschrieb, wie sich Armut in El Salvador anfühlt, wie schwierig es ist eine Schule zu besuchen, eine gute Ausbildung zu bekommen und wie das Überleben möglich ist in einem von Angst, gegenseitigem Misstrauen und Gewalt bestimmten Staat in Mittelamerika.

 

 

Infos beim Gemeindetreff

Zwei Tage später, am 10. Januar, war Isabel de Paz nach dem sonntäglichen Gottesdienst beim Gemeindetreff im Gemeindezentrum von St. Aureus und Justina in Oberursel-Bommersheim zu Gast. Dort hat sie von den aktuellen Entwicklungen mit den Kindern erzählt, die Ziele der pädagogischen Arbeit vorgestellt, die Lage im Viertel erläutert, um der hiesigen Gemeinde und den vielen Unterstützern einen Eindruck davon zu geben, wohin die Spenden gehen und wofür sie eingesetzt werden. Denn die Einrichtung kümmert sich gerade auch um jene Kinder, die vom System der staatlichen und privaten Schulen ausgeschlossen sind oder vernachlässigt werden.

 

 

Gast beim Eine-Welt-Cafe  

Zum Auftakt ihres Besuches hatte Isabel dePaz quasi ein Heimspiel, denn in St. Aureus und Justina ist sie von früheren Besuchen gut bekannt und für ihre Arbeit sehr geschätzt. Das Eine-Welt-Cafe im Gemeindezentrum anlässlich des Bommersheimer Weihnachtsmarkts war zugleich der geeignete Ort für Gespräche und neue Kontakte, aber auch den Verkauf von Weihnachtskarten und –geschenktüten, die die Kinder und ihre Mütter zusammen mit den Betreuerinnen mit viel Liebe gebastelt hatten. Die Eltern bemühen sich so, neben einem bescheidenen monatlichen Beitrag ihren Teil zur Unterstützung und Finanzierung des Projekts zu leisten.