Kinderförderprojekt "El Izote" El Salvador
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Bericht Juni 2016

Liebe Freundinnen und Freunde der Ernst-Reuter-Schule II und der Kirchengemeinde St. Aureus und Justina

 Ich schicke Ihnen auf diesem Wege einen geschwisterlichen Gruß, verbunden mit der Hoffnung, dass alle Ihre Tätigkeiten mit Gottes Segen gelingen mögen.

Ich möchte Sie darüber informieren, dass wir in dem Bezirk Montreal arbeiten, in einem Viertel, das von einer der schlimmsten Gngs unseres Landes beherrscht wird, die Kinder in extremer Armut leben, viel schlimmer als in Iberia.

Unser Projekt erfährt eine große Zustimmung, besonders am Nachmittag; den Kindern fehlt es an Zuneigung, es gibt große Konflikte innerhalb der Familien und mit den Nachbarn.

Eines unserer wichtigsten Ziele ist, ihnen zu helfen, ihr Leben im Hier und Jetzt zu verbessern, damit sie Hoffnung schöpfen auf ein besseres Leben.

Wir haben große Hoffnung, dass wir von der örtlichen Regierung unterstützt werden; wir sind ständig am organisieren, aber uns fuehlen noch so viele Dinge; wir hoffen, in dieser Woche das Haus anstreichen zu können; der Bürgermeister wird uns die Farbe geben und wir werden es streichen.

Wir möchten euch sagen, dass wir hoffnungsfroh sind; es ist keine leichte Arbeit, es gibt viele Spannungen im Viertel.Die Polizei dringt in Wohnungen ein, man hört Schüsse; wir müssen die Grenzen der Banden überqueren und das macht Angst.

Vielen Dank, dass Sie das Unmögliche möglich gemacht haben, dass wir weiter arbeiten können. In meinem Namen, im Namen meiner Kolleginnen und den Familien möchte ich Danke sagen und wünsche Gottes Segen.

 Planung für den Juni

Ziele

·  Kennen lernen des Körpers

·  Die Kinder erfahren, dass sie Teil der Gemeinschaft sind (Vereinbarungen) und nehmen ihre Verpflichtungen wahr

·  Dass das Kind mit der Hilfe der Erzieherinnen und der Familie die inneren und äußeren Körperteile und ihre Funktionen kennt.

·  Körperpflege

·  Die 5 Sinne

·  Schulung der Grob-und Feinmotorik, gerade und unterbrochene Linien, Wellen, Formen wie Kreise, Quadrate, Dreiecke und Rechtecke

·  freundschaftlichen Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen stärken

·  eine Sprache des Friedens einführen

·  die von den Kindern benutzte Sprache ändern

Umsetzung/Ausführungen

- Hände waschen und Zähne putzen

- Einen Kreis bilden

- Die 5 Sinne erfahren, mit den 5 Sinnen experimentieren

- Ballspiele

- Verschiedene Teile auffädeln

- Geschlechtsmerkmale erkennen/ erfahren

Körperteile ausmalen

- Lesen und schreiben

- Rechnen

- Gelenkte Spiele

- Individuelle Betreuung bei den Schulearbeiten, nur wenn das Kind eine Lernbehinderung hat

- Spiele mit freundlichen Wörtern

- Zauberwörter benutzen

- Lieder mit Zauberwörter singen

- Darstellendes Spile mit Zauberwörtern

- Modellieren mit Knetmasse

- Freies Malen uns Ausmalen

- Kreuzworträtsel und Wortspiele entwickeln

- Lieder hören, singen, tanzen

- Geschichten erzählen

- Unterstützen beim Lernen

- Freies Lesen

- Pflichtlektüre

- Unterstützung beim Schreiben

 Spiele

- Hüpfspiele

- Memory

- Mensch ärgere dich nicht

- Puzzles

- Fußball

- ???

 Handwerkliches (nur mit Recycle-Material)

- Herstellen von Blumen aus Bändern

- Ein Aquarium herstellen

- Bleistifthalter basteln

- Bilderrahmen herstellen

- CD’s verschönern

Im Morgenkreis und bei der Schlussrunde üben wir das Gespräch mit einander, wir vermitteln Werte, stärken das Selbstbewusstsein, besprechen Regeln, die das Essen, das Gespräch und die Gesundheit betreffen; wir beginnen und enden jeweils mit einem Gebet.

 

Bericht Mai 2016

Liebe Freundinnen und Freunde und Unterstützer in der ERS II und der Kirchengemeinde St. Aureus und Justina

Von unserer Seite einen herzlichen Gruß, wie immer verbunden mit großer Dankbarkeit für die erhaltene Liebe, Unterstützung und Geduld. Dies ist der erste Brief einer monatlichen Berichterstattung.

Wir arbeiten bereits seit 2 Wochen mit den Kindern und haben folgende Gruppengrößen:

16 am Vormittag und 18 am Nachmittag.

4-Jährige: 3 Kinder

5-Jährige: 2 Kinder

6-Jährige: 4 Kinder

7-Jährige: 3 Kinder

8-Jährige: 5

9-Jährige: 5

10-Jährige: 5

12-Jährige: 4

13-Jährige: 3

Das Haus, in dem wir sind, ist groß, sauber, sicher, mit einem Garten, den wir gestalten können. Wir können Samen aussähen, die uns der Direktor gegeben hat und wir können Gartenarbeit machen. Wir haben einen großen Mangobaum und einen Myrtebaum

Unsere Arbeitszeiten sind von 7h bis 16h. Wir haben eine Vormittagseinheit (8-12h). die Nachmittagseinheit ist von 12:45h-16h, von Montag bis Freitag.

Insgesamt sind das 9 Stunden von 45 Min. täglich, mit einer Pause von 45 Min, die wir benutzen, um Erfrischungsgetränke zu machen.

Was den Vertrag angeht, so ist er noch nicht unterzeichnet, aber das Regierungsministerium hat gesagt, wir könnten bereits arbeiten und der Vertrag sei in Arbeit. Anfangs sagte man uns, dass der Verfahrensweg sehr lang sein würde, wenn wir mit den kleinen Kindern arbeiten, so riet der Bürgermeister uns, dies nicht zu tun.

Wir haben jetzt nur ein Dreijähriges mit akuten Gesundheitsproblemen: hyperaktiv, Hasenscharte und seltsame Verformungen im Gesicht.

 

Personal:

Miriam, Claudia und ich arbeiten hier; wir haben keine Köchin; sie kam nicht mit, weil sie nicht in Montreal arbeiten wollte.

 

Die Situation in Mejicanos:

Kritisch, chaotisch und gefährlich für diejenigen, die in Banden sind oder für die, die diese Gemeinschaften verlassen wollen, für uns nicht; in der Gemeinde Montreal sind die Kinder isoliert, diskriminiert, ihre Eltern in großer Zahl im Gefängnis, verkaufen auf dem Markt in Mejicanos, sie sind aktive Bandenmitglieder . Die Kinder wohnen in kleinen Häusern mit vielen Personen.

 

Verpflegung:

Wir arbeiten in zwei Schichten und deshalb geben wir weder Frühstück noch Mittagessen aus;

Wir verlangen auch kein Geld und den Zuschuss (meine Interpretation) fürs Essen können wir uns nicht leisten.

 

Beziehung /Kontakte zu den Eltern oder Familien

Wenn die Kleinsten angemeldet werden, dann können wir mit den Eltern reden; aus Sicherheitsgründen fragen wir nicht zu viel; die wichtigsten Informationen erhalten wir von den Kindern selbst.

Einige Eltern kommen, um ihre Kinder anzumelden, aber andere Kinder melden sich selbst an und sagen, ihre Eltern arbeiten.

Es gibt ein Mädchen; sie erzählte, der Vater sei im Gefängnis und hat den Tod der Mutter angeordnet, weil die Mutter einen neuen Liebhaber hat; das Mädchen lebt bei Verwandten, die sie sehr ziemlich vernachlässigen, was man an der schlechten Kleidung sehen kann. Es ist das leidenschaftlichste Kind der Gruppe.

Im Moment können wir die Häuser der Familien nicht besuchen, wir hoffen, dass die Familien uns kennen lernen und unserer Arbeit vertrauen.

 

Die Beziehung zum Bürgermeister

Der Bürgermeister hat zwei Personen bestimmt, die für uns zuständig sind; es gibt einen guten Kontakt und sie sind uns bei allem eine große Hilfe.

 

Vergleiche mit Iberia

·        DIE GEMEINDE KANNTE UNS

·        WIR ARBEITETEN WIE EINE VORSCHULE

·        SIE KOOPERIEREN

·        SIE UNTERSTÜTZTEN NUR Kleinkinder

·        SIE GABEN UNS LEBENMITTEL

·        DER ORT IST VIEL SAUBERER

·        DER ORT IST PRIVATGELÄNDE; NIEMAND KANN OHNE ERLAUBNIS EINTRETEN

·        DER NACHMITTAG IST WIE IM FREIEN PROJEKT; WIE IM „AQUARIO“ IN DER „ DE ABRIL“

·        WIR HABEN DIE UNTERSTÜTZUNG DES BÜRGERMEISTERS

·        WIR HABEN EIN RECEICLING PROJEKT ANGEFANGEN; UM IM DEZEMBER VERKAUFEN ZU KÖNNEN; WIR HABEN EINEN ZUSÄTZLICHEN RAUM FÜR MATERIAL

·        WIR HABEN VIEL MEHR PLATZ FÜR UNSERE ARBEIT

Wir sind noch immer sehr traurig, nicht mehr in Iberia zu sein, aber wir versuchen ein Treffen mit den Kindern von Iberia alle zwei Monate zu organisieren, um den Kontakt mit ihnen aufrecht zu erhalten.

 

Berichte über einige Kinder

Franklin Antoni 9 Jahre alt; er lebt mit seiner Mutter, dem Stiefvater, dem Onkel und der Familie des Onkels; seine Mutter arbeitet in einer Nähfabrik (Ausbeuterbetrieb); sein Stiefvater arbeitet nicht, er ist 70 Jahre alt und unterstützt die Arbeit am Nachmittag; sein Onkel ist in einer Gruppe mit schwierigen Jugendlichen; deshalb kann Franklin die comunidad nicht verlassen, nicht in den Park zum Spielen gehen und ist sehr glücklich, die Nachmittage im Projekt zu verbringen.

Katerine, 6 Jahre alt, lernt am Nachmittag, lebt mit ihren Eltern, Schwester, Tante, Onkel und zwei Cousins. Sie hat eine Schlafstörung, manchmal kann sie vor drei/vier Uhr morgens nicht einschlafen. Seit sie im Projekt ist, normalisiert sich ihr Schlafverhalten.

Fernando Jose, 9 Jahre alt, seine Mutter verkauft Zeitungen, weiß nicht, was sein Vater arbeitet, ist im 5. Schuljahr; in seinem Haus leben zwei Familien,; er ist ganz wild darauf, mit Kindern von der ERS II in Kontakt zu kommen.

Merary, 10 Jahre alt, im 3. Schuljahr, sie lebt zusammen mit einer Tante, dem Onkel, zwei Cousins; sie hat drei Brüder, die aber an anderen Orten wohnen. Ihre Mutter wurde auf Befehl des Vaters umgebracht. Sie ist das ungepflegteste Mädchen, mit Kleidung, die ihr absolut nicht passen. Sie ist glücklich, im Projekt zu sein und sagt, dass sie das Gefühl hat, dass ihre Mama im Himmel ist.

Die Fotos habe ich mit dem Handy aufgenommen, weil es Probleme mit den Kabeln gibt (sind nicht kompatibel mit dem Computer)

Es sind andere Kinder, aber die Probleme sind die gleichen wie in Iberia:

·        Enge Wohnverhältnisse

·        Armut

·        Missbrauch

·        Traurigkeit

·        Hoffnungslosigkeit

·        Lernschwierigkeiten

·        Verhaltensauffälligkeiten

·        Keine Rückzugsmöglichkeiten (unter anderem)

 

Liebe Freundinnen und Freunde, eure Arbeit und Unterstützung macht es möglich, diesen Kindern zu helfen; wir wissen , dass wir sehr schwierige Monate hinter uns haben und ihr habt das mit uns ausgehalten und abgewartet, was passieren wird.

Wir haben diese schwere Hürde bezwungen, was nicht leicht für uns war, aber dank eurer Hilfe haben wir sie gemeistert.

Ich werde jetzt monatlich einen Bericht an euch mit diesen oder ähnlichen Punkten schicken, damit ihr euch ein Bild machen könnt, was wir mit eurem Geld machen.

Wir bitten euch um Vertrauen in unsere Arbeit und um weitere Unterstützung für den schwierigen Weg der Kinder unserer Viertel.

Gerne beantworten wir alle Frage und sind dankbar für Anregungen.

Vielen Dank für eure Liebe und Unterstützung

Isabel Depaz, Leiterin

 

Neue Hilfe, neue Hoffnung, neuer Standort – März 2016

So groß unsere Bestürzung und Besorgnis war, als unser Betreuerinnen-Team Hals über Kopf und verbunden mit Todesdrohungen den Projekt-Standort im Stadtteil Iberia verlassen musste, so sehr haben wir jetzt neue Hoffnung geschöpft. Ein anderer Ort, bessere Räumlichkeiten und vor allem deutliche Rückendeckung durch die örtliche Verwaltung.

Das Proyecto „El Izote“ soll ab April 2016 in der Stadt Mejicanos und dort in der Colonia Montreal ein neues Domizil finden. Mejicanos liegt im nördlichen Teil des Großraums von San Salvador und hat ca. 212.000 Einwohner.

Hier wird das Projekt vom Bürgermeister und der Stadtverwaltung unterstützt. Er und sein Team stellen die Infrastruktur (Haus, Nebenkosten, Handwerker, Transport bei einem Ausflug 3x im Jahr und Sicherheitspersonal) zur Verfügung. Die pädagogische Arbeit (und die Entscheidungen darüber) liegen in der Hand von Projektleiterin Isabel De Paz und ihren Kolleginnen. Zwischen dem Trägerverein des Projekts in El Salvador mit Projektleiterin Isabel De Paz und dem Bürgermeister / der Stadtverwaltung wird für die Dauer von 2 Jahren ein Kooperationsvertrag unterschrieben. Die Bezahlung der Betreuerinnen sowie die Kosten für Materialien und gegebenenfalls die Erweiterung/Verbesserung der Ausstattung tragen, wie bisher auch,  wir, der Förderverein El Izote in Deutschland.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Das Gebäude, in dem die Kinder künftig betreut werden, ist groß und sauber und in einem ordentlichen Zustand. Reparaturen/Umbauten, die für die tägliche Arbeit mit den Kindern notwendig sind, können erfolgen - anders als in Iberia, wo die Casa Comunal auch für andere Zwecke genutzt wurde. Positiv ist auch, dass das alte Mobiliar aus Iberia, das mit Spendengeldern gekauft wurde, sichergestellt werden konnte und nun mit ins neue Haus einzieht.

Auch wenn der Ort neu sein wird, am pädagogischen Konzept ändert sich nichts. Das Projekt richtet sich weiterhin vormittags (von 8-12 Uhr) an Kinder im Alter von 4-7 Jahre und am Nachmittag (von 13-15 Uhr) an Kinder zwischen 8 und 12 Jahre. Wichtig ist Isabel De Paz und uns, dass das Projekt ausdrücklich und speziell auch Kindern mit Behinderung offensteht, die anderswo keine oder kaum Betreuung erhalten.

Die Rathausverwaltung wird für das Projekt im Stadtteil Montreal werben, aber, und das ist aus unserer Sicht sehr wichtig, Isabel De Paz kümmert sich wie bisher mit ihren Kolleginnen um das Aufnahme-Prozedere und die pädagogischen Entscheidungen liegen bei dem Projektteam, und nicht bei der Stadtverwaltung.

Alle Beteiligten hoffen, dass sich aus dem Kreis der Eltern oder aus dem Viertel freiwillige Helfer (Erwachsene) finden, die bei (Brett-)Spielen, Sport oder anderen Aktivitäten mit dabei sind.

 Das plötzliche Ende und der Rauswurf aus Iberia haben  Isabel und Ihre Kolleginnen sehr hart getroffen, wegen der Kinder und ihrer Eltern, die jetzt ohne Betreuung dastehen, aber auch wegen des Verlustes ihrer Arbeitsplätze.

Deshalb sind Frau De Paz und ihr Team sehr froh und zufrieden über die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Mejicanos, die gut angelaufen ist. Zudem fühlen sie sich deutlich sicherer.

Sie hoffen auf eine Fortsetzung der Unterstützung aus Deutschland und bedanken sich dafür sehr herzlich.

 

 

Wichtige Nachricht aus El Salvador!

Liebe Mitglieder des Vereins „Kinderförderprojektes El Izote“ in San Salvador,

liebe UnterstützerInnen, Freunde und Interessierte,

wir möchten Sie / Euch über eine sehr wichtige Entwicklung informieren, die den Kern unseres Projekt betrifft. Sah es zu nächst so aus, als gäbe es nur Unsicherheit über die mittel- und langfristige Nutzung der Räumlichkeiten wegen einer anstehenden Modernisierung, ist die Lage jetzt eskaliert.

Die Arbeit im Stadtteil Iberia in San Salvador kann seit Ende der Woche nicht mehr fortgeführt werden. Die Leiterin Isabel dePaz und ihre Kolleginnen sind von den Maras aus den Räumlichkeiten ausgesperrt, ja rausgeworfen worden. Sie hatten 24 Stunden Zeit, die Materialien und Gegenstände zu sichern und abzutransportieren. Verabschieden von den Kindern und Eltern konnten sie sich nicht. Sie wurden persönlich bedroht und ihnen wurden persönliche Vergeltung angedroht, sollten sie den Eltern der Kinder anderes erzählen, als dass es kein Geld aus Deutschland mehr gibt. Natürlich haben die Familien die Situation durchschaut und wissen, dass die Schuld für das Ende der Arbeit vor Ort in den Machtansprüchen der Maras liegt, denen sich auch die Staatsgewalt in El Salvador oder die offizielle Verwaltung des Viertels nicht entgegenstellen kann oder will.

Die Situation ist bedauerlicherweise eindeutig: Das Kinder-Förderprojekt in diesem Viertel ist zu Ende. So leid es uns um die Kinder und ihre Eltern tut, aber die Sicherheit der Betreuerinnen und möglicherweise auch der Kinder ist im Stadtviertel Iberia nicht mehr gewährleistet.

Zugleich bietet diese traurige Entwicklung aber die Chance für einen Neuanfang an anderer Stelle. Isabel dePaz hat bereits erste Kontakte geknüpft, um das Projekt an einem anderen Standort und mit einer (hoffentlich) stärkeren Rückendeckung der örtlichen Stellen wiederaufleben zu lassen. Derzeit laufen Gespräche, wobei wir als Vereinsvorstand Isabel dePaz unsere weitere volle Unterstützung zugesagt haben, damit sich eine tragfähige Lösung findet. Wir denken und hoffen, dass dies auch in ihrem Sinne ist.

Erste Indikationen deuten darauf hin, dass dies möglich sein wird.

Über die weiteren Entwicklungen wollen wir Sie / Euch auf dem Laufenden halten, ggf. auch vor der Mitgliederversammlung am Montag, den 7. März um 20.00 Uhr im Gemeindezentrum St. Aureus und Justina in Oberursel-Bommersheim, Im Himmrich 3.

Uns ist bewusst, dass diese erschreckende Entwicklung für uns alle von großer Bedeutung ist, die wir durch ideelle und/oder finanzielle Unterstützung dieses Projekt über viele Jahre am Leben erhalten haben. Wir als Vorstand wollen daran auch unter den geänderten Vorzeichen festhalten.  

Die neue Situation zeigt auch die Realität: Vor drei Wochen kehrten Isabel DePaz und ihre Söhne in ihre Heimat El Salvador zurück. Sie waren überwältigt von dem Interesse an der Arbeit im Projekt, den vielen Begegnungen, der Gastfreundschaft und nicht zuletzt von dem ruhigen sicheren Leben in Deutschland: sich ohne Angst frei bewegen zu können, keine Gewehrschüsse oder Granaten zu hören, angstfrei Bus und Bahn zu fahren. In dieser Woche mussten Isabel und ihr Pädagoginnen-Team die salvadorianische Wirklichkeit sehr bitter erfahren, eine Weiterarbeit nach den (salvadorianischen) Schulferien ist nicht mehr möglich, vielmehr ist für sie Leib und Leben in Gefahr.

Wir sind in Gedanken bei Isabel de Paz und setzen unser Vertrauen in sie.

Der Vorstand

Elisabeth Bentrup, Jean-Yves Grandemange, Hans-Joachim Koch

 

 

Ein Besuch der Verbundenheit

Knapp 10.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Oberursel und San Salvador. Doch gefühlt ist die Distanz sehr viel geringer zwischen dem Kinder-Projekt El Izote und unserem Förderverein, den Gemeindemitgliedern in St. Aureus und Justina in Oberursel-Bommersheim und dem dortigen MEF-Arbeitskreis. Das hat der Deutschland-Besuch von Isabel dePaz unterstrichen, der Leiterin der Einrichtung.

Isabel dePaz hat in den Wochen rund um Weihnachten ihr Projekt bei diversen Veranstaltungen in der Kirchengemeinde St. Ursula, in Oberursel und in der Ernst-Reuter-Schule II in Frankfurt vorgestellt. Die Schule mit ihrem Eine-Welt-Laden gehört gleichfalls zu den Unterstützern des Projekts. An mehreren Tagen vor und nach den Weihnachtsferien war sie in der Schule in der Nordweststadt, hat mit Schülerinnen und Schülern gekocht und mit ihnen gesprochen, direkt im Spanischunterricht oder mit Hilfe von Übersetzern. Sie hat vom noch schwieriger werdenden Leben in El Salvador erzählt, von Kindern, die unter vielfach angespannten familiären Bedingungen aufwachsen, für die wirkliche Armut die bittere Realität ist.

Kochen mit Schülern

Mit einigen Klassen hat sie ein typisches salvadorianisches Gericht zubereitet: Pupusas, Maisfladen gefüllt mit Tomatensauce, Bohnenmus sowie Käse und/oder etwas Hühnerfleisch. Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen von kurzen Videoclips aus San Salvador. Ein Blick in die Casa Comunal, in der das Projekt die Kinder betreut, offenbarte den Kontrast zwischen den Verhältnissen in Deutschland und El Salvador. Und einige Mutter sprachen in Videointerviews über ihre Lage, wie es für sie jeden Tag wieder eine Frage ist, ob das Geld für eine warme Mahlzeit reicht, ob sie in ihrem Haus wohnen bleiben können, wie sie Krankheiten behandeln lassen können, wie die Sicherheit für die Kinder gewährleistet sein kann.

 

 

Salvadorianische Einblicke in Oberursel

Einem breiteren Publikum hat Isabel dePaz am 8. Januar im Georg-Hieronymi-Saal des Oberurseler Rathauses über die aktuelle Situation der Kinder und Jugendlichen in El Salvador berichtet. Rund 30 Zuhörer ließ sie an den Sorgen um Zukunft und persönliche Sicherheit teilhaben, beschrieb, wie sich Armut in El Salvador anfühlt, wie schwierig es ist eine Schule zu besuchen, eine gute Ausbildung zu bekommen und wie das Überleben möglich ist in einem von Angst, gegenseitigem Misstrauen und Gewalt bestimmten Staat in Mittelamerika.

 

 

Infos beim Gemeindetreff

Zwei Tage später, am 10. Januar, war Isabel de Paz nach dem sonntäglichen Gottesdienst beim Gemeindetreff im Gemeindezentrum von St. Aureus und Justina in Oberursel-Bommersheim zu Gast. Dort hat sie von den aktuellen Entwicklungen mit den Kindern erzählt, die Ziele der pädagogischen Arbeit vorgestellt, die Lage im Viertel erläutert, um der hiesigen Gemeinde und den vielen Unterstützern einen Eindruck davon zu geben, wohin die Spenden gehen und wofür sie eingesetzt werden. Denn die Einrichtung kümmert sich gerade auch um jene Kinder, die vom System der staatlichen und privaten Schulen ausgeschlossen sind oder vernachlässigt werden.

 

 

Gast beim Eine-Welt-Cafe  

Zum Auftakt ihres Besuches hatte Isabel dePaz quasi ein Heimspiel, denn in St. Aureus und Justina ist sie von früheren Besuchen gut bekannt und für ihre Arbeit sehr geschätzt. Das Eine-Welt-Cafe im Gemeindezentrum anlässlich des Bommersheimer Weihnachtsmarkts war zugleich der geeignete Ort für Gespräche und neue Kontakte, aber auch den Verkauf von Weihnachtskarten und –geschenktüten, die die Kinder und ihre Mütter zusammen mit den Betreuerinnen mit viel Liebe gebastelt hatten. Die Eltern bemühen sich so, neben einem bescheidenen monatlichen Beitrag ihren Teil zur Unterstützung und Finanzierung des Projekts zu leisten.